Dr. med. vet. Ina Luz

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Ina Luz absolvierte das tiermedizinische Hochschulstudium an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München und ein Postgraduierten Studium an der tiermedizinischen Fakultät der Universität in Onderstepoort, Südafrika.
Anschließend arbeitete sie an verschiedenen renommierten Pferdekliniken und bildete sich weiter zum Fachtierärztin für Pferde und hat zusätzlich die von der Tierärztekammer anerkannten Zusatzbezeichnung “Homöopathie” und die Berechtigung zur Weiterbildung in diesem Bereich erhalten. Frau Dr. Luz arbeitet heute als Tierärztin überwiegend in den Bereichen der klassischen Homöopathie und Akupunktur in eigener Praxis in München und in Kooperation mit Praxen und Kliniken für Pferde. Kontakt: praxis@tiermedizin-luz.de


Birgit Mosenheuer

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Nach Abschluss des Tiermedizinstudiums mit Stationen in München und Dublin (Irland) arbeitete sie mehrere Jahre in verschiedenen renommierten Pferdekliniken und ist seit 1996 in eigener Praxis in Moosach, Landkreis Ebersberg (Oberbayern) als Fachtierärztin für Pferde tätig. Ab 1999 dreijährige Weiterbildung in klassischer Homöopathie beim Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Abschluss mit Homöopathiediplom. Zusatzbezeichnung Homöopathie seit 2006. Sie arbeitet seit einigen Jahren als Tierärztin fast ausschließlich klassisch homöopathisch, vorwiegend mit Pferden und Kleintieren. Kontakt: Birgit@Mosenheuer.de

 

Interview

Homöopathie als Chance für Tiere und Tierärzte

Birgit Mosenheuer und Dr.med. vet. Ina Luz, beide Fachtierärztinnen für Pferde und selbst in der Fortbildung tätig, berichten im Interview über Chancen und Hindernisse der homöopathischen Behandlung von Tieren und über die Stimmung unter den Kollegen.

Die Nachfrage nach Globuli  für Tiere seitens der Halter boomt angeblich, auch wenn die Homöopathie wieder mal negativ in die Schlagzeilen geraten ist, stimmt das denn?

Ina Luz: Die Nachfrage  von Seiten der Tierhalter ist tatsächlich riesig. Das gilt für die Landwirtschaft, die Nutztierhaltung wie auch für die privaten Tierhalter. Die Bauersfrau gibt tatsächlich schon mal Kügelchen, bevor der Tierarzt kommt, die Frauen in der Landwirtschaft informieren sich, lesen Bücher und Ratgeber, besuchen Kurse und greifen dann selbst zur Homöopathie. Die Selbstmedikation ist ein Problem, obwohl  die meisten wahrscheinlich da nichts grundsätzlich falsch machen.  Das passiert aber deshalb, weil sich viele Tierärzte gegen alternative Methoden sperren, und sich die Landwirte gezwungen fühlen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Birgit Mosenheuer:  Das ist auch meine Erfahrung, die junge Generation der Landwirte macht homöopathische Fortbildungen und wir studierten Tierärzte lassen uns das aus der Hand nehmen, weil  es unter den Kollegen so viel Ablehnung gegen die Homöopathen unter uns gibt.  Viele Rinderpraktiker jammern darüber, dass die Landwirte selbst homöopathisch behandeln, aber auch deshalb wollen immer mehr Kollegen Homöopathie studieren, um mitreden zu können. Die Bauern sehen auch, dass die Homöopathie viel billiger ist, die Tierbehandlung soll ja nicht viel kosten. Die Realität ist leider so, dass in der Nutztierhaltung immer die erste Frage die nach der Rentabilität ist.

 

Könnten Sie da ein Beispiel geben?

Birgit Mosenheuer:  Der Bauer überlegt sich immer, bevor er den Tierarzt ruft,  ob sich eine kostspielige Behandlung lohnt. Ein großes Thema bei Rindern ist ganz besonders der gesamte Bereich der Fruchtbarkeitsstörungen, das Kalben oder immer wiederkehrende Euterentzündungen.  Während meiner Arbeit am Nürnberger Schlachthof vor 20 Jahren konnte ich feststellen, dass die Bauern alle Kühe zum Schlachten gebracht haben, die nicht selbst kalben konnten. Die Mutterkühe wurden geschossen, das Kalb herausgeschnitten und der Bauer ist mit dem Kalb nach Hause gefahren.  


Welche Gründe gibt es denn für den Globuli-Boom unter den Bauern?

Ina Luz: Erstens spielen die neuen EU-Verordnungen vor allem auch für Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, eine große Rolle,  sie beschränken die Anwendung von Medikamenten in der Nutztierhaltung .

Derzeit sind zahlreiche potenzierte Mittel etwa zur Heilung von Kälberdurchfall oder Virusinfektionen beim Schwein registriert. Das dient unter anderem dem Verbraucherschutz, weil homöopathisch behandelte Tiere rückstandsfrei in die Lebensmittelkette gelangen.

Zweitens sind Bauern zunehmend einem wirtschaftlichen Druck ausgesetzt. Jede Produktionsminderung kommt ungelegen, weil teuer. Werden Tiere mit Globuli therapiert, kann die Wartezeit bei den meisten Mitteln auf 0 Tage gesetzt werden. Dagegen darf zum Beispiel Milch von Milchkühen, die mit einem Antibiotikum behandelt werden, in der Regel über mindestens eine Woche nicht in den Handel gelangen.

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 Wikimedia /Darcone

Rinderherden mit jungen und älteren Tieren sieht man nicht häufig auf der Weide, auch wenn in der Massentierhaltung sehr langsam ein Umdenken stattfindet. Nur Kälber und Kalbinnen dürfen auf die Alm, sobald die Tiere geschlechtsreif werden, müssen sie im Stall bleiben.                                           

 

Wie macht man denn bei Kühen im Stall eine Anamnese?

Birgit Mosenheuer:   Das ist für die Rinderpraktiker tatsächlich ein großes Problem, denn die Tierhaltung ist überwiegend nicht artgerecht. Ein Beispiel hierfür ist, dass sich, bedingt durch die sogenannte Anbindehaltung , die Kühe nicht bewegen können, die Muskeln verkümmern und es hierdurch oft zu Schwierigkeiten bei Geburten kommt. Für eine Anamnese kann der homöopathische Tierarzt eine individuelle Symptomatik bei solchen Rindern nur schwer beobachten, weil sie ein eigenes natürliches Verhalten in der Herde nicht entwickeln können.  Auch die Bäuerin kann kaum Aussagen über Besonderheiten eines Tiers machen,  das ganztägig angebunden im Stall steht.  Wenn eine Herde draußen ist, gibt es Anhaltspunkte für die Anamnese:  Das ist die Leitkuh, eine andere hat Angst, wenn der Traktor vorbei fährt, wieder eine andere stellt sich Wanderern in den Weg usw. Das bedeutet für die Rinderpraktiker, dass sie oft nur wenige Symptome haben, um eine homöopathische Arznei zu bestimmen. Trotzdem ist aber die Erfolgsquote gut!

Ina Luz: Die Lebensumstände kann man meistens nicht ändern, ich persönlich tue mich deshalb auch schwer mit Rindern zu arbeiten. Tiere, die so gar nicht tierartgerecht gehalten werden, sind im Grunde genommen auch nicht dauerhaft heilbar. Das geht sehr vielen Kollegen so, und das ist natürlich deprimierend. Aber es zeichnet sich ein Umdenken ab. Es gibt immer mehr Mutter-Kind Herden, oder auch die Haltung auf der Alm, wenn auch weiterhin vollautomatisiert. 

Welche Probleme sehen Sie bei den Pferden?

Birgit Mosenheuer: So  lange ich ausschließlich schulmedizinisch gearbeitet habe, konnte ich feststellen, dass der Behandlungsspielraum in der Tiermedizin sehr begrenzt ist. Ich habe während meiner Assistentenzeit in verschiedenen Pferdekliniken in Bayern, darunter in einer besonders renommierten Klinik, die international führend im Sportpferdebereich ist,  bestimmte Pferdeerkrankungen gesehen, die sich bei den selben Tieren wiederholten. Von Heilung war da keine Spur, sie mussten immer wieder gespritzt werden. Pferde haben Erkrankungen überwiegend im  Bewegungsapparat, denn Pferde sind naturgemäß nicht zum Reiten gedacht, wir verwenden sie nur dazu. Sie haben Erschöpfungszustände und Überforderungsprobleme,  besonders im  Rücken und in den Gelenken. Pferde würden normalerweise 30 Jahre alt werden, schaffen aber nur 13 Jahre im Durchschnitt. Dann werden sie geschlachtet oder eingeschläfert. Als Tierarzt ist man stets bemüht, sie halbwegs am Laufen zu halten.  Das war der Grund, warum ich Homöopathie studiert habe, denn mit der Schulmedizin stieß ich immer wieder an die gleichen Grenzen.

 

Wie sind Sie zur Homöopathie gekommen Frau Dr. Luz?

Ina Luz: Ich war total skeptisch, ich glaubte keineswegs an die Homöopathie. Ich habe es in drei hoffnungslosen Fällen mit Ablehnung und einem gewissen Trotz einfach mal so mit Homöopathie probiert, weil nichts anderes mehr ging. Die Ergebnisse waren einfach super. Seither weiß ich, dass es wirkt.

 

Wie läuft es mit der Anamnese bei Pferden?

Birgit Mosenheuer: Grundsätzlich muss man zwischen privaten Pferdehaltern und Sportreitern unterscheiden, viele Freizeitreiter bemühen sich aus Sorge um ihre Tiere immer mehr um eine homöopathische Behandlung, bei den Sportreitern geht es nicht um langfristige Heilungen, sondern um termingerecht funktionstüchtige Tiere zum Turnier.   Auch da steht die Frage nach der Rentabilität im Vordergrund.  Deshalb arbeite ich lieber mit Freizeitreitern, die mit ihrem Pferd alt werden wollen und wünschen,  dass es dem Pferd gut geht. Zur Anamnese fahre ich immer zu den Tierbesitzern, auch bei Kleintieren, denn man muss die Patienten  in ihrer natürlichen Umgebung beobachten; generell  verhalten sich Tiere beim Tierarzt ganz anders als in ihrem gewohnten Umfeld.  

Ina Luz:  Für uns homöopathische Tierärzte ist ausschlaggebend, das übliche Tierverhalten zu kennen, um zu unterscheiden,  was Norm  und was Abweichung ist.  Das ist auch innerhalb der Rassen unterschiedlich.

Birgit Mosenheuer:  Zur  Anamnese gehört  auch das Verhältnis zwischen Tier und dem Halter. Die Interaktion zwischen Mensch und Tier  ist extrem spannend, schon die Frage, welcher Typ Mensch zu welchem Tier kommt, ist interessant:  Den Typus „ exaltierte Pferdebesitzerin“  gibt es genauso wie den Typ Pferdehalter, der sich das Pferd eigentlich nicht leisten kann, und seine gesamte Freizeit sowie täglich abends 3-4 Stunden im Stall verbringt und alles für das Tier tut. Viele homöopathische Tierärzte gehen davon aus, dass es da Übereinstimmungen im morphogenetischen Feld gibt. Irgendwo ist da eine Schwingungsfrequenz, die uns zu einem bestimmten Tier hinzieht.  Die Tiere passen sich in dieses Feld ein und sie passen sich auch an. Folgendes konnte ich beobachten:  Wenn an einem bestimmten Tag der  Reitlehrer  M.  kam, den das Pferd ablehnte, weil er ihm weh getan hatte, lahmte es an diesem Tag plötzlich. Einige Hunde stiegen nicht mehr ins Auto, wenn der regelmäßige Termin in der Hundeschule anstand, andere bekamen Panikattacken. Oder die Besitzer machen ihre Tiere auf immer die gleiche Weise krank, z.B. entwickelt der vierte und fünfte Hund die gleichen Tumore  …

 

Welchen Arzneischatz brauchen Sie für die Tiere?

Birgit Mosenheuer:  Die alten gut geprüften Mittel bewahrheiten sich, ich komme gut klar mit den Polychresten und Potenzen ab der C 30 und C 200.

Ina Luz: Ich gebe auch sehr selten exotische Mittel und halte mich an den alten Hahnemann. Allerdings gibt es Kollegen, die nach Sankaran arbeiten und berichten,  das ginge auch bei Tieren ohne weiteres.

 

Angeblich ist der Placebo-Effekt auch bei Tieren zu beobachten, das sagen jedenfalls die Kritiker, die Homöopathie mit Zuwendung am Tier gleichsetzen.

Birgit Mosenheuer:  Wenn vorher mit Schulmedizin kein Erfolg erzielt wurde, wie soll dann plötzlich nur der Glaube an die Homöopathie wirken? Es ist ja oft so, dass die Tierbesitzer mit einem austherapierten Tier die Hoffnung aufgegeben haben und es halt noch mit Homöopathie probieren.

Es gibt deutlichste Unterschiede zwischen Wirkung und Nicht-Wirkung. Ist der Tierbesitzer schon ein wenig sauer, weil trotz ausführlicher Anamnese das erste und vielleicht auch das zweite Mittel nicht wirkte, warum sollte er dann beim 3. Mittel, das dann gut wirkt, besonders viel Vertrauen entwickelt haben?  Von der Homöopathie als  „Hokuspokus“ und deren Wirkung als bloßer Placeboeffekt war auch auf dem Leipziger Tierarzt Kongress 2010 mit ca. 800 Teilnehmern die Rede. In einer sehr kontroversen Diskussion zwischen den Homöopathen unter den Veterinären und evidenzbasierten Tiermedizinern gingen die Meinungen weit auseinander. In der sehr hitzigen Debatte  zur Eröffnungsveranstaltung ‚Wer heilt hat recht?’ meinte ein Kollege, er heile lieber nicht als mit den Spinnern von der Homöopathie  zusammen zu arbeiten.  Statt Dogmatismus wäre aber Toleranz und Sachlichkeit angebracht:  Evidenzbasierte Medizin (EbM, von englisch evidence-based medicine „auf Beweismaterial gestützte Heilkunde“) bedeutet ja,  dass bei jeder medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidungen ausdrücklich auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden.  In der langen Tradition der Homöopathie und ihren Grundsatzprinzipien der Ähnlichkeitsregel und Arzneimittelprüfung ist die Wirksamkeit jedes Arzneimittels vielfach empirisch begründet und insofern ist die Homöopathie ein Paradebeispiel einer evidenzbasierten Medizin.

Ina Luz: Ein sehr gutes Argument gegen den viel beschworenen Placebo Effekt lieferte auf diesem Leipziger Kongress der deutsche Tierarzt Stefan Wesselmann. Er stellte seine homöopathische Arbeit bei großen Nutztierbeständen von 30.000 Puten vor, wobei er bei verschiedensten Indikationen Globuli, im Trinkwasser aufgelöst,  erfolgreich einsetzen konnte. Und er sagte:  „Am Streicheln über den Kopf kann es bei solchen großen Beständen ja offenbar nicht liegen, dass die Behandlungen erfolgreich sind." Auch die Ellinger Ferkelstudie aus Holland belegt deutlich, dass die Wirkung von Homöopathie nicht auf dem positiven Einfluss des Menschen auf das Tier beruht.  Diese  randomisierte placebo-kontrollierte Studie weist nach, dass homöopathische Mittel Escherichia coli-Diarrhöe bei neugeborenen Ferkeln verhindern können und Homöopathie als Ersatz für Antibiotika funktioniert. (vgl. dazu Zusammenfassung dieser Ferkel-Studie am Ende dieses Interviews.) 

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Copyright: Wikimedia

Kleintierbesitzer lieben ihre Tiere – manchmal zu sehr  - und würden alles für sie tun.

 

 

Im Alltag haben es die homöopathischen Tierärzte offensichtlich nicht leicht?

Birgit Mosenheuer:  Im Nutztierbereich sowie nicht, mit den Pferden geht es besser, auch im Kleintierbereich, weil da die Liebe der Besitzer zu den Tieren dahintersteckt. Allerdings ist extrem überzogene Tierliebe ebenfalls ein Problem, immer häufiger können sich die Tierhalter nicht von ihren alten und kranken Tieren trennen. In den Tierarztpraxen wird immer häufiger Chemotherapie in der Krebsbehandlung angeboten. Es ist merkwürdig, aber warum fragt hier niemand nach Umweltbelastung oder der Belastung für die Tierbesitzer, wenn ihre Tiere verstrahlt sind oder mit Zytostatika abgefüllt sind? Auch nach der Ausscheidung fragt niemand. Es ist absurd, eine 16 Jahre alte Katze mit Chemotherapie zu behandeln, um das Leben um einige Monate zu verlängern. Lebensqualität erhält ein solches Tier bestimmt nicht durch die Tumorbehandlung. Leider haben wir genügend Kollegen, die das machen oder sich sogar darauf spezialisieren, weil die Besitzer das wünschen.

Gerade bei der palliativen Behandlung haben wir aber mit Homöopathie die Möglichkeit, das Leben adäquat zu verlängern, Schmerzen zu lindern, und für das Wohlergehen des Tieres zu sorgen.

 

Gibt es bei Tieren heute mehr Zivilisationskrankheiten als früher, z.B. Krebs?

Birgit Mosenheuer: Es wird einerseits zu wenig dokumentiert in der Tiermedizin, um fundierte Aussagen zu machen. Andererseits kann man nur schwer Daten und Fakten erheben, denn die Tiere werden alle sehr jung geschlachtet, sie kommen erst gar nicht ins Krebsalter. Bei Pferden habe ich den Eindruck, dass destruktive Krankheiten häufiger werden, z.B. gibt es deutlich mehr Nervenerkrankungen. Ich persönlich sehe einen Zusammenhang mit der extremen Überimpfung bei den Pferden.

Ina Luz: Die Pferde haben auch deutlich mehr Allergien. Nach Vorschrift müssen Sportpferde alle sechs Monate gegen Influenza geimpft werden, obwohl die Wirkstoffe eine Haltbarkeit von einem Jahr haben.

 Birgit Mosenheuer: D. h. wir impfen noch häufiger als die Pharmaindustrie dies vorsieht. Man kann bei einem 6jährigen Pferd davon ausgehen, dass es 20-25 Einzelimpfungen hinter sich hat. Mit allen Konservierungsstoffen, Aluminiumhydroxid, Quecksilberverbindungen … Und die Verbindung zu den Nerven liegt auf der Hand, wenn man weiß,  dass Aluminiumhydroxid wie auch Quecksilber Nervengifte sind.

 

Inwieweit haben homöopathische Tierärzte Konkurrenz mit ausgebildeten Laien zu fürchten?

Birgit Mosenheuer: Tierheilpraktiker sind in Deutschland ein großes Problem. Der Beruf ist nicht geschützt, es muss keine Ausbildung nachgewiesen werden. D.h. jetzt nicht grundsätzlich, dass darunter nicht ein paar gute Praktiker sein können, aber den meisten fehlt die akademische Erfahrung in der Veterinärmedizin. In Österreich können sich die Veterinäre an der Universität homöopathisch fort-und weiterbilden. Allerdings haben die Kollegen aus Österreich ebenfalls mit den Skeptikern in den eigenen Reihen zu kämpfen und sie haben auch das Problem mit konkurrierenden Laien. An einer sehr bekannten Münchner Pferdeklinik wollen die Kunden immer häufiger ihren Astrologen mitbringen wegen des OP-Termins. Vermehrt treten Pferdeflüsterer bzw. sogenannte Tierkommunikatoren auf, eine Tätigkeit, die derzeit en vogue ist. Tierärzte sind oft Idealisten, viele arbeiten am Existenzminimum. Wir Tierärzte sollten aufpassen, dass wir nicht ganz schnell in der Ecke stehen und nur noch Impfungen und Operationen machen, während die Behandlung der Tiere andere übernehmen … (vgl. dazu den homöopathisch gelösten Beispielfall bei einer Katze mit Chronischer Keratitis punctata  am Ende dieses Interviews.) 

Ina Luz:  Die Diagnostik beim Tier ist ja extrem wichtig und entscheidend. Unsere Tierärztezunft sollte sich viel mehr bemühen, den Tierbesitzer zu erreichen. Und die Tierärzte sollten endlich damit aufhören, dogmatisch auf der Ablehnung gegenüber der Homöopathie zu verharren, sonst verpassen sie ihre Chancen.

 

Forschung in der homöopathischen Tiermedizin

Homöopathie als Ersatz für Antibiotika im Fall von Escherichia Coli-Diarrhöe bei neugeborenen Ferkeln.

Hier geht es zur Ferkelstudie aus Holland

 

Fallbeispiel:  Homöopathische Behandlung einer Katze mit Chronischer Keratitis punctata

Hier geht es zum Fallbeispiel

 

Zur Information: Unter www.animals-angels.de  berichtet ein international operierender Tierrechtsverein über die traurigen Tatsachen von Massentierhaltung und Tiertransporten sowie seiner europaweiten Aktivitäten.

 

 

Homöopathie für Veterinäre in Deutschland und Österreich
In Deutschland haben sich nun als letzte Facharztgruppe die Tierärzte dem Zentralverein der deutschen Homöopathischen Ärzte (DZVhÄ)  angeschlossen.  Mit der Initiative am „Runden Tisch“ wollen die beiden deutschen Tierärztinnen Birgit Mosenheuer und Dr. Ina Lutz ihre Münchner Fortbildungsstätte mit anderen deutschen Anbietern und in Österreich mit der der Österreichischen Gesellschaft für Veterinärhomöopathie (ÖGVH) vernetzen, um zur Reformierung der Homöopathie-Ausbildung bei den Tierärzten beizutragen. (Weitere Informationen  bei „fortundweiterbildungfuertieraerzte“ unter www.fuwft.de.)

In Deutschland gibt es anders als in Österreich keine universitäre Ausbildung in homöopathischer Veterinärmedizin. Die Vorschriften der Weiter- und Fortbildung sowie den Erwerb der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ regeln die jeweiligen Landesärztekammern für Veterinäre.

In Österreich  werden in Wien seit mehr als zehn Jahren Vorlesungen über Veterinärhomöopathie als Wahlfach angeboten;  es gibt den „Fachtierarzt für Homöopathie“ (FTA) und  homöopathisch ausgebildete und geprüfte Tierärzte mit der Zusatzbezeichnung „Diplom-Veterinärhomöopath der ÖGVH“.  (Informationen zur Homöopathieausbildung erteilen in Deutschland die zuständigen Landesärztekammern sowie die Berufsverbände der homöopathischen Ärzte in Österreich ÖGVH und in Deutschland DZVhÄ.)